Freitag, 14. September 2007

"erster richtiger eintrag" (natürlich verspätet)

Da ich merke, welch herausragende fähigkeiten ich auf dem gebiet der vergesslichkeit mein eigen nennen darf, dürfte es nicht verkehrt sein, die bereits skelettierten erinnerungen an meine ersten 3 tage in København niederzuschreiben, ehe sie sich völlig zersetzen.

Wie ihr euch denken könnt bzw. wisst, wird man gerade zu beginn eines aufenthaltes an einem unbekannten ort von einer so großen menge verschiedenster eindrücke überflutet, dass man kaum noch nach luft schnappen kann (in meinem fall auch: will) und wie ein stück treibholz einfach für sämtliche strömungen empfänglich wird. Sind die strömungen nicht zu turbulent, dann sorgt diese entdeckungsphase einfach für scheinbar grenzenlosen spaß: man ist vollkommen aufgedreht, strahlt innerlich wie ein uranklumpen (nun gut, in meinem falle spielt auch polonium eine nicht unwesentliche rolle) und wird einfach nicht müde. schlafen mag man schonmal gar nicht. (nein, selbst ich verachte in diesen phasen betten!) Kurz: das leben ist intensiv und das herz rauscht hochfrequent durch die tage!

Über meine befindlichkeit ist damit bereits alles gesagt, aber ein paar erlebnisse (nun gut, das klingt jetzt ein wenig hochgestochen...) möchte dann doch nicht unerwähnt lassen:

Gleich an meinem ersten tag in København hat's mich dann doch über den Øresund getrieben... ja, ich wollte nach Sverige, und zwar nicht nur des zweitligakrachers Landskrona BoIS gegen Bunkeflo IF (0-1) wegen, bei dem es für die günstigsten plätze KEINE eintrittskarten gab, ich davon natürlich nicht wusste und nach spielende satte 10 minuten lang die haupttribüne nach weggeworfenen tickets absuchte. Und, jawollja, letztlich strahlte mich dann doch noch ein zerknülltes stück papier an und rundete das stadionerlebnis ab. Das spiel selbst kam zwar (wohlwollend bewertet) über durchschnitt nicht hinaus, dafür ist das stadion recht urig und strahlt diese warme, familiäre atmosphäre aus, die den neuen hochglanzbauten in deutschland vollkommen fehlt. Ja, der ausflug nach Landskrona hat sich gelohnt - auch der stadt wegen, die zwar nicht wirklich spektakulär ist, aber doch ein nettes sundseitiges kastell besitzt. Und eine hölzerne windmühle in typischem schwedenrot. :-)

Bei der Øresundquerung durfte ich übrigens auch ein eher zweifelhaftes bauwerk "erleben": die Øresundbrücke zwischen København und Malmö. Natürlich ist der bau einer solchen brücke eine respektable leistung und natürlich ist ihre existenz eine riesige bereicherung für die infrastruktur der Øresundregion, aber ich bin dann doch viel zu sehr freund von fährüberfahrten, als dass ich begeistert die schnelle und unkomplizierte überquerung der meerenge genießen konnte. Will unbedingt mal per fähre von Helsingør nach Helsingborg übersetzen, das muss sein. :-)

Ansonsten habe ich bislang viel stumpfen organisationskram erledigen müssen, war erstaunlich lange in meinem institut zugange (u.a. einmal 20 stunden am stück!), bin bereits um die 50km geradelt, war gestern abend laufen, habe heute in erfahrung gebracht, wo sich hier ein paar schwimmbäder befinden und... *fanfare*: ich habe einen absolut irren kartenladen gefunden! Nordisk Kortcenter! Ich musste mich wirklich zusammenreissen, um dort nicht zu versacken...

So, der eintrag ist lang genug. Demnächst werde ich mal über meine ersten eindrücke von stadt und institut berichten und womöglich auch das ein oder andere wort über meine hiesigen lebensumstände verlieren... ;-)

Jetzt ist aber mal gut. Für's erste, wohlgemerkt...

3 Kommentare:

(un)known user hat gesagt…

na danke... ;-P

Paul hat gesagt…

blub ;)

Anonym hat gesagt…

Das mit dem Kartenladen kommt mir bekannt vor (wenn auch wahrscheinlich in etwas geringerem Maße...;-)). Wir hatten einen recht netten in Brisbane entdeckt und dort erzählte man mir, dass es in Melbourne den größten Kartenshop Australiens gibt (http://www.melbmap.com.au/). Brauche nämlich noch eine gaaaaaaaanz große Australienkarte für meine zukünftige Wohnzimmerwand (oder so...). Nur nervig, dass der Transport nach Deutschland so kompliziert ist.